Was ist die beste B2B-Plattform im Jahr 2026? 

Eine allgemein beste B2B-Plattform gibt es 2026 nicht. Unternehmen mit SAP- oder Salesforce-Kern sind häufig mit SAP Commerce Cloud oder Salesforce B2B Commerce gut beraten, technologisch reife Teams mit commercetools oder Spryker, der DACH-Mittelstand oft mit Shopware oder Intershop. Den Ausschlag geben Geschäftsmodell, ERP-Integration, Preislogik und die Kompetenzen im eigenen Team.

Der Handlungsdruck wächst: Hersteller und Großhändler in Deutschland setzten 2024 laut ECC KÖLN rund 509 Milliarden Euro über Onlineshops und Marktplätze um, 7 % mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig bevorzugen laut Gartner 67 % der B2B-Einkäufer einen Kaufprozess ohne Vertriebsmitarbeiter, 45 % haben bei einem aktuellen Kauf bereits KI genutzt.

Dieser Artikel ordnet elf Plattformen ein, darunter die Univio-eigenen Lösungen ONe und Univio.Commerce (gekennzeichnet). Stand der Angaben: September 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Konzerne mit SAP- oder Salesforce-Umfeld: SAP Commerce Cloud und Salesforce B2B Commerce, beide Leader im Gartner Magic Quadrant for Digital Commerce 2025.
  • Enterprise mit B2B und B2C auf einer Plattform: Adobe Commerce, ebenfalls Leader im Gartner MQ 2025.
  • Composable-Architektur: commercetools (Gartner-Leader) und Spryker (Visionary, B2B-Fokus, Berlin).
  • DACH-Mittelstand: Shopware (B2B-Funktionen ab Edition Evolve), Intershop (Jena, spezialisiert auf Hersteller und Großhandel), OroCommerce (Open Source mit integriertem CRM).
  • Omnichannel und Marketplace: VTEX mit B2B Suite.
  • Schneller Start im SaaS-Modell: ONe von Univio. Individuelle Vertriebsmodelle: Univio.Commerce.

Welche Arten von B2B-Plattformen gibt es?

B2B-Plattformen lassen sich in vier Typen einteilen, die sich vor allem in Betriebsmodell und Anpassbarkeit unterscheiden. Die Grenzen verschwimmen, da viele Enterprise-Anbieter inzwischen auch SaaS-Varianten anbieten.

TypDefinitionStärkenGrenzenBeispiele
SaaS-Plattform Standardsoftware im Abonnement, vom Anbieter betrieben und aktualisiert Schneller Start, planbare Kosten Wenig Eingriff in den Systemkern ONe, Shopware Cloud, Adobe Commerce as a Cloud Service 
Enterprise-Suite Funktionsreiche Plattform mit großem Ökosystem, oft Teil einer Hersteller-Suite (CRM, ERP, Marketing) Tiefe B2B-Funktionen, B2B und B2C kombinierbar Hoher Implementierungsaufwand SAP Commerce Cloud, Salesforce B2B Commerce, Adobe Commerce, Intershop 
Dedizierte Plattform Projektbasiert auf die Prozesse eines Unternehmens zugeschnitten Maximale Freiheit bei Rollen, Preisen und Freigaben Längere Analyse- und Projektphase Univio.Commerce 
Composable (MACH) Einzelne Commerce-Services (Microservices, API-first, Cloud-native, Headless), frei kombinierbar Flexibel, unabhängig skalierbar Erfordert technologische Reife und eigene Architekturverantwortung commercetools, Spryker, VTEX 

MACH steht für Microservices, API-first, Cloud-native und Headless. Composable Commerce bezeichnet den Ansatz, eine Commerce-Lösung aus solchen austauschbaren Bausteinen zusammenzusetzen, statt ein monolithisches Gesamtsystem zu betreiben. 

Welche B2B-E-Commerce-Plattformen sind 2026 relevant?

Die Übersicht fasst Betriebsmodell, B2B-Stärken und belegbare Analystensignale zusammen. Da die Analystenberichte kostenpflichtig sind, stützt sich die Einordnung auf öffentliche Zusammenfassungen (siehe Quellen).

PlattformTypB2B-StärkenAnalystensignal (Beleg in Quellen)Passt besonders zu
SAP Commerce Cloud Enterprise-Suite Komplexe Kataloge, Integration mit SAP S/4HANA, B2B Self-Service Portal Gartner MQ 2025: Leader (11. Mal in Folge) Konzerne mit SAP-ERP 
Salesforce B2B Commerce (Agentforce Commerce) Enterprise-Suite, SaaS CRM-Nähe, Angebotsprozesse (RFQ), Buyer Agent Gartner MQ 2025: Leader; Forrester B2B Wave Q2 2024: Leader Vertriebsgetriebene Organisationen mit Salesforce-CRM 
Adobe Commerce Enterprise, PaaS/SaaS/On-Premises B2B und B2C in einer Instanz, großes Extension-Ökosystem Gartner MQ 2025: Leader (9. Mal in Folge) Internationale Hybridmodelle 
commercetools Composable/MACH API-first, Multi-Cloud (AWS, Google Cloud) Gartner MQ 2025: Leader (6. Mal in Folge) Technologisch reife Enterprise-Teams 
Spryker Composable, B2B-Fokus Komplexe Geschäftsmodelle, B2B-Marktplätze Gartner MQ 2025: Visionary Hersteller mit komplexen Modellen 
Shopware Open Source, SaaS/PaaS/Self-Hosted B2B Components ab Edition Evolve, transparente Preise Gartner MQ 2025: Visionary; Forrester Commerce Solutions Q3 2026: Strong Performer DACH-Mittelstand 
Intershop Enterprise, B2B-spezialisiert Hersteller- und Großhandelsprozesse, KI-Copilots Forrester B2B Wave Q2 2024: Strong Performer Industrie und Großhandel im DACH-Raum 
OroCommerce Open Source, B2B-spezialisiert Integriertes CRM, CPQ, Workflows Laut Oro im Gartner MQ 2025 vertreten Distributoren mit vielen Portalen 
VTEX SaaS, Composable B2B, B2C und Marketplace in einem System, integriertes OMS Gartner MQ 2025: Challenger Omnichannel- und Marketplace-Strategien 
ONe (Univio) SaaS Vertriebspanel, dynamischer Warenkorb, ERP-/PIM-Anbindung über Unilinker keine Analystenbewertung Schneller Einstieg in den B2B-Onlinevertrieb 
Univio.Commerce (Univio) Dedizierte Plattform Mehrstufige Preislisten, Rollen, Berechtigungen keine Analystenbewertung Untypische Vertriebsstrukturen 

Welche Stärken und Grenzen haben die wichtigsten Plattformen? 

Jede Plattform hat ein klares Einsatzprofil. Die Kurzporträts konzentrieren sich auf die Lösungen, die Univio in Projekten am häufigsten bewertet. 

SAP Commerce Cloud und Salesforce B2B Commerce 

Beide sind am stärksten, wo das jeweilige Ökosystem bereits im Haus ist. SAP Commerce Cloud punktet mit der Nähe zu SAP-ERP und bietet seit 2025 ein B2B Self-Service Portal. Salesforce hat Commerce Cloud 2025 in Agentforce Commerce umbenannt; der B2B-Teil verbindet Onlineshop, CRM und Angebotsprozesse (Request for Quote) auf einer Datenbasis. 

Herausforderung: Lizenz- und Implementierungskosten sind hoch, und ohne das passende ERP bzw. CRM verpufft ein Teil des Vorteils. 

Adobe Commerce (ehemals Magento Commerce) 

Adobe Commerce vereint B2B- und B2C-Vertrieb, mehrere Marken und Länder in einer Umgebung und hat einen großen Extension-Marketplace. Produktempfehlungen basieren auf Adobe Sensei, weitere Personalisierung auf der Adobe Experience Cloud. Neben der PaaS-Variante (Adobe Commerce on Cloud) gibt es seit Juni 2025 Adobe Commerce as a Cloud Service als versionslose SaaS-Variante. 

Herausforderung: Die Implementierung erfordert ein erfahrenes Entwicklungsteam und ein entsprechendes Budget. 

Für wen: große, oft international tätige Organisationen mit B2B- und B2C-Geschä

commercetools 

commercetools gilt als Pionier des Composable Commerce. Die Plattform läuft Cloud-native auf AWS und Google Cloud (u. a. Regionen Frankfurt und Belgien) und wird über APIs mit ERP, CRM, PIM und beliebigen Frontends verbunden. Mit Commerce MCP und AI Hub adressiert der Anbieter die Anbindung von KI-Agenten. 

Herausforderung: Das Zusammensetzen eines konsistenten Gesamtsystems aus einzelnen Services verlangt Architekturkompetenz und ein erfahrenes Team. 

Für wen: technologisch reife Unternehmen, die über Architektur einen Wettbewerbsvorteil erzielen wollen. 

VTEX 

VTEX kombiniert B2B, B2C und Marketplace in einem System mit integriertem Order-Management (OMS). Für B2B gibt es die B2B Suite mit Organisationen, Kostenstellen, Rollen, eigenen Preistabellen und Angeboten. Anpassungen entwickeln Teams über die Plattform VTEX IO. 

Herausforderung: Bei einfachen B2B-Modellen bleibt ein Teil des Funktionsumfangs ungenutzt. 

Für wen: Unternehmen, die B2B als Teil einer Omnichannel- oder Marketplace-Strategie betreiben. 

ONe (Univio-eigene SaaS-Lösung) 

ONe ist eine fertige SaaS-Plattform im Monatsabonnement für den B2B-Vertrieb von Großhändlern, Distributoren und Herstellern; Betrieb und Weiterentwicklung sind inklusive. Das Vertriebspanel unterstützt den Vertrieb bei Angeboten und Aufgaben, der dynamische Warenkorb erlaubt die gemeinsame Bearbeitung einer Bestellung durch Kunde und Vertrieb in Echtzeit. ERP und PIM werden über die Integrationsplattform Unilinker angebunden. 

Herausforderung: Als Standardlösung bietet ONe weniger Eingriffsmöglichkeiten in den Systemkern als individuell aufgebaute Plattformen. 

Univio.Commerce (Univio-eigene Plattform) 

Univio entwickelt Univio.Commerce seit über zehn Jahren für Unternehmen mit untypischer Vertriebsstruktur. Sie bildet Rollen, Berechtigungen und mehrstufige Preislisten je Kundengruppe ab und wird an ERP, WMS, CRM und RMA angebunden. Der verbreitete Technologie-Stack (u. a. PostgreSQL) erlaubt die Weiterentwicklung durch interne IT-Teams; eine Installation hat mehr als eine Million Bestellungen verarbeitet. 

Herausforderung: Die Einführung erfordert eine gründliche Geschäftsanalyse und eine längere Projektphase als ein SaaS-Modell.

Welche Rolle spielen Shopware, Spryker und Intershop im DACH-Markt? 

Die drei deutschen Anbieter sind im DACH-Raum stark vertreten und gehören für mittelständische Hersteller und Großhändler auf die Shortlist. 

  • Shopware (Schöppingen) liefert B2B Components wie Angebotsverwaltung, Schnellbestellung, Einkaufslisten, kundenspezifische Preise und Organisationseinheiten ab der Edition Evolve. Die Plattform ist als Self-Hosted-, SaaS- oder PaaS-Variante verfügbar.
  • Spryker (Berlin) fokussiert komplexe B2B- und Marktplatzmodelle und belegte in den Gartner Critical Capabilities 2025 nach eigenen Angaben Rang 2 im Use Case „B2B Commerce“.
  • Intershop (Jena) ist seit 1992 am Markt und bedient laut eigenen Angaben mehr als 300 Hersteller, Großhändler und Verbände. Das Spring 2026 Release bringt KI-Copilots für Einkäufer und Händler sowie Produktfeeds für KI-Suchumgebungen.

Welche Rolle spielen KI-Agenten bei der Plattformwahl 2026?

KI-Agenten, die im Namen von Einkäufern suchen, vergleichen und bestellen (Agentic Commerce), werden zum Auswahlkriterium. Prüfen Sie, ob eine Plattform offene Schnittstellen für Agenten bietet und Katalog-, Preis- und Verfügbarkeitsdaten maschinenlesbar bereitstellt.

Salesforce stellte im Juni 2026 einen Buyer Agent für B2B Commerce vor, der auch über WhatsApp und SMS bestellt. SAP Commerce Cloud unterstützt seit dem Q2-2026-Release die Anbindung von KI-Agenten über das Model Context Protocol (MCP). commercetools ist Launch-Partner des Agentic Commerce Protocol (ACP) von Stripe und OpenAI. Gleichzeitig zeigt Gartner, dass 69 % der B2B-Einkäufer KI-generierte Informationen mit einem Vertriebsmitarbeiter validieren wollen: Self-Service und persönlicher Vertrieb ergänzen sich also weiterhin.

Wie wählen Sie die beste B2B-Plattform für Ihr Unternehmen?

Beginnen Sie mit Ihren Prozessen, nicht mit dem Anbieter. Klären Sie zuerst Preislogik, Freigabeprozesse, Integrationsbedarf und die Kompetenzen im eigenen Team; erst danach lohnt ein Plattformvergleich.

Ihre AusgangslageSinnvolle PlattformklasseBeispiele
Schneller Start, standardisierte Prozesse, planbare Kosten SaaS ONe, Shopware Cloud 
SAP-ERP bzw. Salesforce-CRM als führendes System Enterprise-Suite desselben Anbieters SAP Commerce Cloud, Salesforce B2B Commerce 
B2B und B2C, mehrere Marken und Länder Enterprise-Plattform Adobe Commerce, VTEX 
Eigene Architekturkompetenz, hohe Änderungsfrequenz Composable/MACH commercetools, Spryker 
Mittelstand mit DACH-Fokus und Wunsch nach Open Source Open-Source-Plattform mit B2B-Funktionen Shopware, OroCommerce 
Sehr spezielle Rollen-, Preis- und Freigabemodelle Dedizierte Plattform Univio.Commerce 

Prüfen Sie zusätzlich diese Punkte:

  • ERP- und PIM-Integration: Welche Konnektoren gibt es für Ihr ERP (z. B. SAP, Microsoft Dynamics) und PIM (z. B. Pimcore, Akeneo)?
  • B2B-Kernfunktionen: Kundenspezifische Preise, Angebote, Freigabe-Workflows, Einkaufslisten, Kostenstellen.
  • Betrieb und Datenschutz: Hosting in der EU, DSGVO-Konformität, Verantwortung für Updates.
  • Gesamtkosten: Lizenz, Implementierung, Betrieb und Weiterentwicklung über mindestens drei Jahre.
  • Partner-Ökosystem: Erfahrene Implementierungspartner in Ihrer Region und Branche.

Fazit: Welche B2B-Plattform ist die richtige?

Die beste B2B-Plattform ist diejenige, die Ihr Vertriebsmodell ohne teure Umwege abbildet und mit Ihrer Organisation mitwächst. B2B-E-Commerce ist 2026 kein Zusatzkanal mehr, sondern die Grundlage des Vertriebs.

Stehen Sie vor der Wahl einer B2B-Plattform oder möchten Sie prüfen, ob Ihre aktuelle Lösung noch trägt? Univio realisiert seit 1997 E-Commerce-Projekte für Marktführer und implementiert neben eigenen Lösungen unter anderem Adobe Commerce, commercetools, Shopware, Spryker und VTEX. In einem Plattform-Workshop analysieren wir Ihre Anforderungen und erstellen eine herstellerneutrale Shortlist mit Aufwandsschätzung.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zur besten B2B-Plattform 2026

Wie viel kostet eine B2B-Plattform?


Die Kosten hängen von Betriebsmodell, Integrationsumfang und Umsatz bzw. Nutzerzahl ab. SaaS-Lösungen starten mit einem monatlichen Abonnement; Shopware nennt für die Edition Evolve mit B2B-Funktionen einen Einstiegspreis von 2.400 Euro pro Monat. Bei Enterprise-Plattformen wie SAP Commerce Cloud oder Adobe Commerce werden Lizenz und Projektbudget individuell verhandelt. Hinzu kommen Implementierung, Integration und Betrieb.

Welche B2B-Plattformen bewertet Gartner 2025 als Leader?


Im Gartner Magic Quadrant for Digital Commerce 2025 (veröffentlicht im November 2025) sind unter anderem Adobe, commercetools, Salesforce, SAP und Shopify als Leader positioniert. Shopware und Spryker stehen im Visionary-Quadranten, VTEX bei den Challengers. Der Bericht bewertet Digital Commerce insgesamt, nicht ausschließlich B2B.

Welche Plattform eignet sich am besten für B2B-Marketing und Personalisierung?


Stark sind Plattformen mit eigener Marketing-Suite: Adobe Commerce mit der Adobe Experience Cloud und Salesforce mit seinen Marketing- und Datenplattformen auf Basis des CRM. Bei Composable-Modellen wie commercetools oder VTEX binden Sie Marketing-Automation per API an. Wichtiger als die Plattform ist, dass CRM-, Marketing- und Shopdaten ohne Brüche zusammenfließen.

Ist Shopware für B2B geeignet?


Ja. Shopware bietet ab der Edition Evolve B2B Components wie Angebotsverwaltung, kundenspezifische Preise, Schnellbestellung und Organisationseinheiten. In der Forrester Wave Commerce Solutions Q3 2026 wurde Shopware als Strong Performer eingestuft, mit ausdrücklicher Stärke bei B2B-Preisen und Angebotsprozessen. Für sehr komplexe Konzernstrukturen lohnt der Vergleich mit Spryker oder SAP Commerce Cloud.

Was ist der Unterschied zwischen Composable Commerce und einer Suite?


Eine Suite liefert Shop, Katalog, Preise und Checkout als integriertes Paket eines Herstellers. Composable Commerce setzt die Lösung aus einzelnen, über APIs verbundenen Services zusammen, etwa Suche, Checkout oder PIM verschiedener Anbieter. Das bringt mehr Flexibilität, verlangt aber eigene Architekturverantwortung und ein erfahrenes Team.

Quellen und weiterführende Informationen:

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